Im Gespräch mit dem SWR2-Format "Tandem" sprachen wir über Kulinarische Ethnologie als Wissenschaft, über deutsche, aber auch vietnamesiche und balinesische Ernährungskultur sowie über den Wandel des Fleischverzehrs. Hier kann man den Beitrag nachhören: hier klicken.
Donnerstag, 9. Dezember 2021
"Erforschen, wie die Welt isst - der kulinarische Ethnologe"
Mittwoch, 8. Dezember 2021
Der Geschmack der Lust - Séparée #31
In der aktuellen Ausgabe des feinen und exquisiten Erotikmagazins Séparée ist ein Artikel zum "Geschmack der Lust" publiziert worden. Es ist ein kleiner Flirt von Ernährungssoziologie, Genussforschung und Gastroerotik. Das auch sonst sehr lesenswerte und ästhetisch gestaltete Heft kann z.B. hier online bestellt werden. Viel Vergnügen bei der Lektüre!
Freitag, 12. Februar 2021
CfA: Workshop AG Kulinarische Ethnologie 2021
Workshop der AG Kulinarische Ethnologie auf der Tagung der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie vom 27. bis 30. September 2021 in Bremen (DIGITALER KONGRESS)
Kulturelle Wertambivalenzen von alimentärem Abfall in Zeiten eines möglichen Anthropozäns
Organisatoren: Dr. Benedikt Jahnke & Dr. Daniel Kofahl & Dr. Sebastian Schellhaas
Das Zeitalter eines kritisch zu hinterfragenden Anthropozäns wird verbunden mit gravierenden Einflüssen von menschlichem Handeln auf die globale Daseinsordnung in allen Lebensbereichen. Dies betrifft auch all diejenigen Stoffflüsse, die zumeist zwischen einer menschlich dominierten Gesellschaft einerseits und einer pluralen nicht-menschlichen Welt andererseits verortet werden. Für die kulinarethnologische Forschung stellt sich hier die Frage nach Food Waste.
Was, wann, wie und weshalb weggeworfen wird, liegt im Einzelfall oftmals im Ermessen des einzelnen Individuen (abgelaufener Jogurt, verschimmeltes Brot etc. – aufbewahren oder wegwerfen?). Doch Lebensmittelabfall ist als ein kontextspezifisches soziales Konstrukt zu verstehen, bei dem die kulturelle Kontingenz im Alltagshandeln der Menschen offensichtlich wird. Um sich davon zu überzeugen, genügt ein Blick in die Mülltonnen der Nachbarschaft, zeigt sich aber auch im interkulturellen Vergleich. Alimentärer Abfall wird zum historischen aber auch kulturellen Spiegelbild unterschiedlicher Lebensräume und Phasen der Gesellschafts- und Kulturgeschichte.
Die von Mary Douglas (1966) und Michael Thompson (1979) in Bezug auf Müll und Schmutz formulierte These, dass es sich dabei um Gegenstände am falschen Ort handelt, lässt sich auch auf das Kulinarisch-Alimentäre übertragen und wirft anthropozäntheoretische Fragen danach auf, wie sehr der Mensch wirklich Herr der Welt ist oder wie sehr er zwar in einem Feedbacksystem von menschlichen und nicht-menschlichen Phänomenen eine nicht-negierbare Größe, doch letztlich nur eine Variable in einer komplexen Ökologie darstellt, die natur- und kulturwissenschaftlich zu beschreibende Elemente versammelt.
Diese Problemperspektive soll in einem 90-Minütigen Workshop diskutiert werden: Welche verschiedenen Kulturpraktiken mit alimentärem Abfall sind zu beobachten und wie kann aus diesen Kulturen des Rests auf die Stellung des Menschen in seiner Mitwelt geschlossen werden?
Wenn Sie einen Diskussionsbeitrag bei unserem Workshop zusteuern möchten, so schicken Sie Sie bitte sowohl einen Text mit maximal 1.200 Zeichen (inkl. Leerzeichen) als auch eine Kurzversion von nicht mehr als 300 Zeichen (inkl. Leerzeichen) direkt an jahnke@uni-kassel.de . Die Einreichungsfrist endet am 15.02.2021.

Montag, 3. Februar 2020
Methodenpluralismus in Kulinarischer Ethnologie und Ernährungssoziologie
- Was ist das spezifische kulinarethnologische oder ernährungssoziologische Erkenntnisinteresse der Forschung?
- Welche Methode und/oder Methodologie wird dabei angewandt und warum gerade diese?
- Wie trans- und interdisziplinär sind die Methoden? Wo gibt es Anknüpfungspunkte zu anderen Forschungsfeldern und -traditionen?
- Wie verändert sich die Methode/Methodologie während des Forschungsprozesses bzw. wo zeigen sich die Grenzen und Potentiale der Methode/Methodologie in der konkreten Forschungspraxis mit dem Untersuchungsgegenstand?
Mittwoch, 4. September 2019
70 Jahre Currywurst - Radiobeitrag
In dem Beitrag kommt auch die ernährungssoziologische Perspektive auf dieses Lieblingsessen der Deutschen zu Wort:
"Die Currywurst ist eben ein Gericht, dass sich als bodenständiges Gericht inszeniert und dann ist es auch naheliegend zu fragen, von welchem Boden stammt dieses Produkt und auch wer sie erfunden hat." (Dr. Daniel Kofahl, Ernährungssoziologe)
Hier gibt es noch den passenden Foodsong zum Gericht: "Currywurst", gesungen 1982 von Hebert Grönemeyer:
"Geschmackssache" - Workshop AG Kulinarische Ethnologie 30.9.2019
- Alexander Schwinghammer (Bauhaus Universität Weimar): Facon, Tofurkey & „Kees“spatzn. Kulturanthropologische Perspektiven auf Mock Food
- Mila Brill (Universität Bonn): Heimische Küche? Situationen öffentlichen Essens in Bad Godesberg
- Maike Melles (Goethe-Universität Frankfurt/Main): Jamón ibérico – ländliche Identitäten in Südspanien zwischen ökologischer Patrimonialisierung und musealem Marketing
Der Workshop bietet Raum zur Diskussion von Fallbeispielen ethnischer bzw. identitätsbezogener Gastronomie und Ernährungspraxen sowie für theoretische Überlegungen zu den diesbezüglich zentralen Begriffen der Authentizität, Repräsentation und Aneignung als auch zu Fragen und Problemen im Hinblick auf Identitätspolitik, Rassismus, In-/Exklusion, Präsenz und Abwesenheit.
Organisation: Dr. Daniel Kofahl, Sebastian Schellhaas (M.A.), Dipl.-Soz. Bettina Mann
30.09.2019, 11:00-12:30 Uhr, Universität Konstanz, Raum D301


